Aktuelle Veranstaltungen

Aktuelle Veranstaltungen im Bachelorstudium

Sommersemester 21

Im Entwurf und dem dazugehörigen Seminar „Texte zu Bildhauerei und Raum“ wollen wir uns in diesem Sommersemester der bildhauerischen Arbeit und dem Raum widmen, der sich zwischen zwei Körpern bildet, sobald diese in Beziehung gesetzt werden.

 

„Ich interessiere mich nicht für die einzelnen Objekte, sondern für die übergreifende Beziehung, die Wechselbeziehungen aller Objekte untereinander sowie zwischen ihrer Gesamtheit und dem Leben, den Menschen. Das finde ich wirklich interessant, nicht ein Einzelobjekt.“

– Isamu Noguchi

 
 

„Wenn jemand die Teile nur um einen Zoll bewegte, würde ich es sofort merken. Der Raum, die Durchsichten hier, dort, wären verändert, alle Beziehungen würden sich ändern.“

– Henry Moore

 
 

Wie kommunizieren Körper untereinander, welche Wechselbeziehung gehen zwei Körper miteinander und mit ihrem Umraum ein, wie stehen sie in Relation zum Menschen und dessen Wahrnehmung?

 

Im ersten Teil des Entwurfs werden wir mit konkreten Übungen grundlegende bildhauerische Gestaltprinzipien und Prinzipien der Raumwahrnehmung erörtern. Mit Hilfe wechselnder Materialien und der Verwendung plastischer und zeichnerischer Arbeitstechniken, werden wir die Methode von Bozzetti und Skizzen in Maßstabssprüngen bis hin zum 1:1 umsetzen.

Ziel ist es, einen individuellen bildhauerischen Prozess zu erarbeiten, der sich mit dem Thema der abhängigen Wechselbeziehung zwischen Körpern beschäftigt. Das Arbeiten mit Nähe, Distanz, Berührung und Zwischenräumen soll eine Spannung zwischen zwei Körpern/Objekten entstehen lassen.

Diese Auseinandersetzung soll im Zentrum der eigenen künstlerischen Position stehen, die zur abschließenden Arbeit führt.

 

Die entstanden Arbeiten sollen schließlich aufgestellt, platziert und für eine digitale, öffentliche Ausstellung dokumentiert werden.

„Wenn ein guter Bildhauer menschliche Körper modelliert, so stellt er nicht nur die Muskulatur dar, sondern auch das Leben, das sie erwärmt [...] ja mehr als das Leben [...] die Kraft, die sie geformt und ihnen Anmut oder Stärke, Liebreiz oder ungezähmte Freude schenkte.“

– Auguste Rodin

 
 

Im dem Seminar „Texte zur Bildhauerei und Raum“ erarbeiten wir uns betrachtend, lesend und diskutierend grundlegende Texte und Begriffe aus der Bildhauerei und Raumtheorie.

Gemeinsam wollen wir dem Bildhauer Auguste Rodin in sein Denken über „Die Kunst“* folgen, seine Arbeitsweisen betrachten und intensiv über ausgewählte Arbeiten sprechen.

Es folgen Texte von und über die Bildhauer/innen Isamu Noguchi, Henry Moore, etc. sowie Schriften über Architekturtheorie und Kunsthistorik. Ein Schwerpunkt liegt dabei im genauen Erörtern der Texte anhand von Kunstwerken und umgekehrt.

Eine vertiefte Recherche und Analyse von Werken ausgewählter Bildhauer/innen, sollen anhand von Referaten erarbeitet und analysiert werden. Die Referate begleiten durchgehend das Seminar und werden am Ende des Semesters zu einer gestalteten Broschüre zusammengetragen.

 
 

Textabgabe I:

07.07.2021

Endabgabe redigierte und lektorierte Textarbeit:

04.08.2021

*„L‘ Art“ Auguste Rodin (Hrsg. Paul Gsell) Paris: Bernard Grasset, 1911

Ob wir uns im Innenraum, bebauten Außenraum oder im Landschaftsraum  bewegen und aufhalten, immer ertasten wir mit unseren Sinnen, vor allem  aber mit den Augen, bewusst oder unbewusst die je gegebene räumliche  Situation.  Wir setzen diese in ein Verhältnis zu unserem eigenen Körper. In  Wechselwirkung und in Abhängigkeit unseres Standorts zum jeweiligen  Umraum  loten wir den Zusammenhang der dort gegebenen Formen und  Maße aus.  Im Seminar 'Feldforschung Raum' beschäftigen wir uns vor Ort zeichnend,  beobachtend und damit auch reflektierend, mit Architekturen und deren  Grenzbereichen bis hin zum Landschaftsraum. Das Spektrum der Darstellung  reicht von der ersten skizzenhaften Notation bis hin zur ausgearbeiteten  Zeichnung.  Beispiele sowohl der Architekturzeichnung als auch der bildenden Kunst  werden als Grundlage Ihrer eigenen Beschäftigung mit den Volumina und  Formen des  gebauten  Raumes ebenfalls ein wichtiges Thema sein. Referate  dazu ergänzen Ihre zeichnerische Arbeit.  Ziel des Seminars ist es, durch eigene Auseinandersetzung das Verhältnis der  vorgefundenen Baukörper in ihrer je eigenen Struktur und Plastizität sowie  ihrer Einbettung in den gegebenen Zusammenhang zu untersuchen und  aufzuzeigen.  Vorausgesetzt werden Kenntnisse der Fluchtpunktperspektive,  geometrischer Verfahren und freier Raum-und Volumendarstellung (vgl.  Grundlehre Zeichnen I und II). 

Wintersemester 2020/21

"Sonnenuntergänge, Blumen, Landschaften: Solche Dinge treiben mich nicht dazu, irgend etwas zu tun. Ich will sie einfach in Ruhe lassen. Mein Werk gründet in meiner Frustration über die ́condition humaine`. Und darin, wie Menschen sich weigern, andere Menschen zu verstehen. Und darin, wie grausam Menschen zueinander sein können. Ich glaube natürlich nicht, dass ich das ändern kann, aber es ist einfach ein derart frustrierender Teil in der Geschichte der Menschheit." 1 

 

Der Raum, der wir sind …

 

Ist der Körper nur Fleisch und Blut? 

Das Ebenbild Gottes oder Kerker der Seele?

Ist der Körper unsere Geschlechtsidentität? 2

Ist er unser Instrument, Quelle der Technik und letztlich ein Ersatzteillager? 

Zu was ist der Körper fähig – wo liegen seine Grenzen? 3

 

Das Seminar Erfahrungsraum II - Körper als Werkform, beschäftigt sich mit dem Körper als Material in der Kunst und untersucht philosophische Betrachtungen 4, gesellschaftliche Rollen 5 und Utopien wie Dystopien im Science-Fiction über den menschlichen Körper. Hierzu analysieren wir Werke von aktuellen Künstlern/innen und deren Umgang mit ihren eigenen Körpern als Ausdrucksmittel im Raum.6,7   

 

Ziel ist es, aus diesen Betrachtungen räumliche und gesellschaftliche Thesen und/oder Kritiken zu formulieren, 

die als Grundlage für die eigene künstlerische Arbeit dienen. 

 

Was ist Raum? 

Wie schaffe ich Beziehungen innerhalb eines Raumes und darüber hinaus? 8  

Wie ist der Raum vom Körper aus zu denken?

 

Der eigene Körper soll dabei als Ausgangspunkt und Ausdrucksmittel für inhaltliche Aussagen dienen, 

um räumliche Körpererfahrungen wie Interaktionen mit Zwischen- und Umräumen zu bilden.                                  

Die Konzeption bestimmt dabei die Wahl der Ausdrucksmittel.  

Im internationalen Entwurf/Projekt „RaumX“ werden wir uns mit 3 Künstlerinnen beschäftigen:


- Monica Bonvicini (1965*)
- Rebecca Horn (1944*)
- Ana Mendieta (1948- 1985)


Alle drei Künstlerinnen thematisieren auf sehr unterschiedliche Weise einen starken Bezug zu Raum und hierin vielfach die körperliche Wahrnehmung von Raum. Die Motive und Hintergründe dieser Herangehensweise sind vielfältig und bilden aus Sicht der Künstlerinnen eine auffällige Relativierung zu überwiegend kommunizierten und dadurch gewohnter, z.B. institutioneller Darstellung. Alle drei Künstlerinnen haben einen (z.T. enge) Verknüpfung zur amerikanischen, neueren Kunstgeschichte oder sind, wie im Fall von Ana Mendieta selbst dort eingeschrieben. Ana Mendieta, gebürtige Kubanerin, die in den USA als Teenager ihr Leben fortsetzt, denkt Um-Raum in Bezug auf die Frage nach Herkunft oder noch existenzieller in Bezug auf das in die Welt geworfene Sein. Die Materialien und die Annäherungen an den Raum stehen im Fall von Monica Bonvicini in Bezug zu vielfältigen, künstlerischen Referenzen, auf die sie herb, taff, humorvoll und anspielungsreich abhebt. Uns ist bewusst, dass gerade bei ihrem Werk zahlreiche Werke anderer Künstlerinnen und Künstler vertraut werden müssen, aber dies sehen wir in Verbindung zum theorie- und praxisanteiligen Seminar „Nahtstelle Körper/Raum“ als eine wichtige, auch individuell von den Studierenden zu erarbeitende Herausforderung. Rebecca Horn, deren Weg krankheitsbedingt seine veränderte Richtung nahm, wählt insbesondere in ihrem Frühwerk den menschlichen Körper als ausgehenden Wahrnehmungs- und Untersuchungsparameter. Ziel des Entwurfs ist eine intensive Auseinandersetzung mit allen drei Künstlerinnen sowie die bildhauerische Auseinandersetzung mit einem ausgewählten Werkkomplex einer der drei Künstlerinnen. Hierbei sollen insbesondere der gedankliche (internationale) Raum der jeweiligen Künstlerin erfasst und als Ansatz gesehen werden. Wir sehen den Entwurf und das Seminar als einen etwas waghalsigen Schnitt, mitten in ein komplexes, künstlerisches und architektonisch relevantes, internationales Themenfeld und erbitten schon an dieser Stelle eine hohe, auch sehr selbständige, intensive Bereitschaft sich mit dieser Vorgehensweise unter den gegebenen Bedingungen auseinanderzusetzen

Im Seminar Nahtstelle Körper/Raum arbeiten wir im Bezug auf die Werke der Künstlerinnen - Monica Bonvicini - Ana Mendieta - Rebecca Horn Alle drei Künstlerinnen thematisieren auf sehr unterschiedliche Weise einen starken Bezug zu Raum und hierin vielfach die körperliche Wahrnehmung von Raum. Es stellt sich daraus die Frage, wie sich die Formung von Raum aus dieser Perspektive verändert, oder wie Raum vom menschlichen Körper ableitbar ist. Das bedingt, dass Raum nicht überwiegend durch Repetition (Prototyp und daraus entwickelter Wiederholung), das heißt aus ökonomischer und daraus folgend, aus Fertigungstechnik- und kommunikationsabhängiger Formung zu denken ist. Aber wie ist Raum alternativ zu denken? Im Seminar untersuchen wir den Raum entlang oder ausgehend von der Nahtstelle Körper/Raum. Wir erarbeiten in Referaten zunächst einen Teil der umliegenden Bezugspunkte der Künstlerinnen. Zusammenfassend kann man von einer Auseinandersetzung sprechen, die in den USA in den 60er Jahren ihren Höhepunkt hat, im Fall von Monica Bonvicini jedoch bis in die Gegenwart des CALARTS-Instituts und dessen Umfeld reicht. In einem praktischen Seminarteil vertiefen und unterstützen wir bildhauerische Handwerks,- Denk- und Arbeitsprozesse. Die Vorgehensweise ist Annäherung, Aneignung und Umdeutung. Ziel des Seminars ist die Entwicklung einer eigenen Position in Form einer zeichnerischen und plastischen Darstellung, vor dem Hintergrund eines gewählten Werkausschnittes einer der Künstlerinnen.

Sonnenuntergänge, Blumen, Landschaften: Solche Dinge treiben mich nicht dazu, irgendetwas zu tun. Ich will sie einfach in Ruhe lassen. Mein Werk gründet in meiner Frustration über die condition humain. Und darin, wie die Menschen sich weigern, andere Menschen zu verstehen. Und darin, wie Menschen zueinander sein können. Ich glaube natürlich nicht, dass ich das ändern kann, aber es ist einfach ein derart frustrierender Teil in der Geschichte der Menschheit.(1)

Der Raum, der wir sind...

Ist der Körper nur Fleisch und Blut?
Das Ebenbild Gottes oder Kerker der Seele?
Ist der Körper unsere Geschlechtsidentität?(2)
Ist er unser Instrument, Quelle der Technik und letztlich ein Ersatzteillager?
Zu was ist der Körper fähig - wo liegen seine Grenzen?(3)

Das Seminar Erfahrungsraum II - Körper als Werkform, beschäftigt sich mit dem Körper als Material in der Kunst und untersucht philosophische Betrachtungen (4), gesellschaftliche Rollen (5) und Utopien wie Dystopie im Science-Fiction über den menschlichen Körper. Hierzu analysieren wir Werke von aktuellen Künstlern und Künstlerinnen und deren Umgang mit ihren eigenen Körpern als Ausdrucksform im Raum. (6,7)

Ziel ist es aus diesen Betrachtungen räumliche und gesellschaftliche Thesen und, oder Kritiken zu formulieren, die als Grundlage für die eigene künstlerische Arbeit dienen.

Was ist Raum? Wie schaffe ich Beziehungen innerhalb eines Raumes und darüber hinaus? (8) Wie ist der Raum vom Körper aus zu denken?

Der eigene Körper soll dabei als Ausgangspunkt und Ausdrucksmittel für inhaltliche Aussagen dienen, um räumliche Körpererfahrungen wie Interaktionen mit Zwischen- und Umräumen zu bilden. Die Konzeption bestimmt dabei die Wahl der Ausdrucksmittel.

1 Bruce Naumann in einem Interview 1988
2 Judith Butler
3 Dennis Oppenheim
4 Michaela Marzano, Philosophie des Körpers
5 Cindy Sherman
6 Jennifer Blessing
7 Rebecca Horn
8 Francesca Woodman

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