Aktuelle Veranstaltungen

Aktuelle Veranstaltungen im Bachelorstudium

Wintersemester 2019/20

 

nouveau tour – 03

Entwurf 

Prof. Sybil Kohl, M. Sc. Arch. Pirmin Wollensak, HiWi – Béné Jakel

Der internationale Entwurf nouveau tour ist, in Anlehnung an die Grand Tour, im ersten Teil eine eigenständige zweimonatige Reise (20.10.19 – 18.12.19) außerhalb Deutschlands, bei der sich der Entwurfsteilnehmer mit Architektur und Stadtplanung auseinandersetzt. 
Architektur und Stadtplanung wird idealerweise vor Ort im 1:1 Maßstab angeschaut/studiert, weshalb dieser Entwurf eine Studienform darstellt, bei der die Reise als Form des Lernens, den Hauptinhalt des Entwurfes darstellt. Der Entwurf hat den architektonischen und stadtplanerischen Kulturraum, als nächsten, umgebenden Großraum zum Thema. Bei der Betrachtung soll in abnehmender Skalierung, Landschaft, Stadt, Gebäude, Innenraum, Möbel, sowie der Mensch, d.h. der Maßstab vom Landschaftlichen bis hin zum Detail gedacht werden. Die lange Zeit der Reise bedeutet, dass man sich auf der Basis von zum Teil geringen Mitteln auch mit Unabwägbarkeiten und Ungeplantem auseinandersetzt und mit selbständigem Planen einen eigenverantworteten Teil des Studiums lebt. Der Entwurf thematisiert als eine Art Instrument, das konzentrierte und bewußte Wahrnehmen und in Zusammenhänge stellen der Eindrücke unserer Umwelt, das Weiterführen des bloßen Sehens zum Erkennen. Das Ziel der Reise ist eine beginnende, eigenständige Positionierung gegenüber Architektur und Stadtplanung aufzubauen. In der Erarbeitung haben wir diesen Prozeß Auswurzeln von Denk- und Meinungsstrukturen genannt.
Im Anschluss an die Reise findet ab dem 07.01.2020 ein auf Dialog und Diskurs basierender Block von 5 intensiven Wochen im Atelier statt, bei dem man in Reflexion des Erlebten mit einer plastische /oder skulpturalen Arbeit ein Thema / eine Architektur vertieft und zu einer Abschlussarbeit ausarbeitet. Ergänzend hierzu gibt es die Möglichkeit eines freien Seminars am Institut für Architekturgeschichte (Abschluss bis Mitte März 2020) und ggf. nach Absprache an anderen Instituten.

 

Collage X

Entwurf 

Prof. Sybil Kohl, M. Sc. Arch. Pirmin Wollensak

Im Entwurf setzen wir uns mit Blick auf Neapel/den Golf von Neapel sowie im intensiven Studium der Architekturen von Aldo Loris Rossi mit dem künstlerischen Prozess der Collage auseinander. Die Collage dient hierbei – im Focus auf Rossi – als Grundlage, die Vielfältigkeit der Situation Neapel in eine bildhauerische Übersetzung, bzw. Assemblage zu bringen. Der Entwurf setzt sich mit der Collage in Theorie und Praxis sowohl hinsichtlich der Herleitung, wie auch der zeitgenössischen Übersetzung des Verfahrens auseinander. In Wendung zur Assemblage arbeiten alle Entwurfsteilnehmer im neuen Atelierbereich des IDG in Kooperation mit der Metallwerkstatt, Herr Preisack und Herr Tondera zusammen.
Die Stadt Neapel (nea pel: neue Stadt) und das anliegende Gebiet und die Stadt (Golf von Neapel/Campagna) vereinen als dichtes, geschichtliches und heute bevölkerungsreichstes Gebiet Italiens in vielerlei Hinsicht heterogene Schichten, die gleichzeitig bestehen. Zudem ist das ganze Gebiet durch die Präsens des Vulkans Vesuv eine latent von Naturgewalt bedrohte Region. So wurde im nahe gelegenen Pompeii, das 79 n. Chr. durch den Ausbruch des Vesuvs in kürzester Zeit von Lava und Asche bedeckt wurde, sämtliches darunter befindliche Leben beendet und auf eine Weise konserviert, sodass die daran ansetzende Freilegung und Ergründen umfangreichste, historische Recherchen und (Re-) Konstruktionen evoziert hat. Der in Neapel geborene Architekt Aldo Loris Rossi reagiert in seiner brutalistisch/expressionistischen Formensprache auf die genannten Umstände und realisiert in den sechziger Jahren mehrere Bauten unterschiedlichsten Typ, wie die Casa del Portuale im Hafen von Neapel, die Wohnanlage Ponte Rossi und den Kirchenbau Chiesa del Santissimo Redentore. In den achtziger Jahren kämpft Rossi für eine grundsätzliche Fortentwicklung und Aufarbeitung der dichten Gegebenheiten Neapels unter einer Neudefinition der veralteten Industriebereiche des gesamten Golf von Neapel.
Das IDG setzt mit diesem Entwurf seine kontinuierliche Auseinandersetzung, von Norditalien ausgehend, nach Süditalien fort und thematisiert dabei einzelne, hauptsächlich der Definition des Brutalismus zuzuordnende Architekten, deren architektonische Arbeit oftmals durch künstlerische Herangehensweisen untermauert ist. Der Entwurf wird durch einen Workshop der Werkstattfür Photographie von Herrn Miklautsch ergänzt.

 

Erfahrungsraum – Handlungsraum

Seminar

Prof. Sybil Kohl, Sc. Arch. Pia Obermeyer

„Diese Vorstellung hat mich ein Leben lang fasziniert: dass zu einem Werk Handlung kommen könnte. Mit der Konsequenz, dass die Handlung selbst Werkcharakter bekommt.“ 
Franz Erhard Walther, 2018 (Handlung als Werkform)

In dem Seminar beschäftigen wir uns theoretisch wie praktisch mit räumlichen Erfahrungen und wollen Objekte entwerfen, die den Kunstbegriff „Handlung als Werkform“ von Franz Erhard Walther aufnehmen.
Seine Arbeiten beschäftigen sich mit Objekten, die einen Handlungsprozess fordern und durch die Nutzung des Akteurs zu neuen subjektiven Raumerfahrungen führen.
Erst während der Werkhandlung entfalten sich die variablen und wunderbaren Formen der Objekte, so dass sie durch die Handlung plastisch in Besitz genommen werden und sich aus dieser Interaktion, von Objekt und Akteur, eine Plastik entwickelt. Der Akteur wird dadurch in lebendige Beziehung zum Objekt gebracht.
Die Objekte setzen eine Handlung voraus und legen vorab den Rahmen dafür fest. Was man damit tut, was damit und dadurch möglich ist, steht im Zentrum unserer Betrachtung. Dabei beziehen sie sich auf räumliche und soziale Situationen, die sich mit ihren Abmessungen auf die Gestalt und den menschlichen Körper (Maßstab 1:1) beziehen. In dem Seminar wollen wir uns auf textile Objekte fokussieren und den Umgang mit Stoff, das Nähen und Denken in diesem Material lernen.
Zum Ende des Semesters werden die Objekte wie der Handlungsprozess präsentiert. Aufzeichnungen, welche die Handlungsprozesse zeigen, im Medium von Skizzen, Fotos und Filmarbeiten sind ein wesentlicher Teil des Seminars und sollen dokumentiert werden.

 

 

 

 

 

 

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