Bachelor

Bachelorstudium

Grundstudium

Im ersten Semester des Grundstudiums bildet die Schwerpunktübung Darstellen und Gestalten die umfangreichste Übung des Semesters und somit den Auftakt des Architekturstudiums. Hierbei zielt das Grundstudium mit der künstlerischen Lehre auf die Inhalte und Medien ( Zeichnen I und Grundlagen Plastik) der Architektur und Stadtplanung als Denkwerkzeuge.
Darstellen versteht sich als räumliche, flächige oder sprachlich-textliche Methodik des in den Raum stellens. Gestalt(-en) finden, versteht sich als Prozess, die Parameter des Darstellens sowie des in den Raum stellens zu einer „Gestalt“ zu führen.
Dabei bildet der Schwerpunkt der Bildhauerei – für das IDG – , als Feld räumlicher Techniken eine wesentliche Ausgangssituation. Die Unterscheidung von Plastischer Vorgehensweise und Skulpturaler Vorgehensweise, d.h. das Fügen, Abformen und Gießen, sowie das Zerlegen und Zerschneiden, bilden hierbei gedankliche Parameter.
Oftmals basieren die Themen der Grundlehre zunächst auf der Heranführung an plastische Techniken.
Ein thematisches und inhaltliches Pendant spielt dabei der Zusammenhang von Mensch und umgebendem Raum, bzw. Raum als existierender oder gestalteter Umgebung von Fauna, Flora und Menschen.
Im zweiten Semester setzt Zeichnen II die Grundlagen der Zeichnung als Basismodul hinsichtlich der spezifischen Architekturzeichnung fort.
Die Grundlagenlehre versteht sich als methodische Basis der nachfolgenden und darauf aufbauenden Entwurfs- und Kommunikationsprozesse.

 

Plastisches und räumliches Arbeiten
Mit der Schwerpunktübung Darstellen und Gestalten wird den Studierenden die Breite der unterschiedlichen Darstellungsformen aus künstlerischer Sicht und unter Berücksichtigung der besonderen Belange des Architekturstudiums nahe gebracht. Mit dem Hauptgewicht wird das Zusammenspiel aus analoger Zeichnung und analogem dreidimensionalem Arbeiten vermittelt. Darauf aufbauend werden Übersetzungen in digital-medial kommunizierte Form thematisiert. Der Einsatz zeitbasierter Medien, wie Film, Video und Rechner wird untersucht und in geeigneter Form durch Verknüpfungen mit analogen Medien eingesetzt. 

Mit dreidimensionalem Arbeiten, im tradierten Sinn mit plastischem, skulpturalem und räumlichem Arbeiten, wird die Ganzheit von Form und Raum gedacht. Dreidimensionale Form ist allseitig zu erlebende oder vorzustellende Form, bei der jeder Punkt eine Relevanz hat, selbst wenn diese Punkte nicht gleichzeitig sichtbar sind. Die Wahrnehmung der Gesamtheit der Form setzt voraus, dass man sich entweder konkret oder in seiner Vorstellung in der Form bewegt. Das dreidimensionale Arbeiten thematisiert zur Konkretisierung räumlicher Vorstellungen, Grundfragen dreidimensionalen Arbeitens wie die Relevanz von Größenverhältnissen, die örtlichen Bezüge von Formen, die Dynamik von Form, den Aufbau von Form, die Präzision von Form, die Veränderbarkeit von Formen, die Materialität von Form. Auf der Basis von handwerklichen Prozessen werden Schlüssigkeiten von Arbeitsprozessen thematisiert. Haptisches, handwerkliches und konzept-orientiertes Arbeiten bilden ein Ergänzungspaar. Haptik und Materialkenntnisse stehen im Zusammenhang mit Recherche, Reflexion und gedanklicher Parameterbildung. Besonders relevant ist das prozessuale Arbeiten, das den Prozess der Idee hin zur Ausarbeitung und zur Transformation in andere Maßstäbe und Materialien zur Folge hat. Gleichzeitig bietet prozessuales Arbeiten das Zulassen von Fehler- und Scheiterprozessen als kreativem und innovativem Potential.

 

Zeichnen I
Das Lehrgebiet vermittelt durch ein Spektrum zeichnerischer Arbeitsweisen Kenntnisse in Techniken, Methoden und Theorien der Zeichnung. Grundlegende Begriffe wie Perspektive, Proportion, Richtungsbeziehungen, Oberflächen und Volumina, Umgang mit Rundformen im Raum, Texturen, Hell-Dunkel-Beziehungen, werden erläutert und in Übungen, thematisiert. Mit dem Ineinandergreifen verschiedener freier Zeichnungsformen, die ein Spektrum von Zeichnungen, wie Comiczeichnung, Diagramm, serielle Zeichnung, Zeichnung im Raum, aufzeigen, werden Zeichnungsformen vermittelt, die damit die Heterogenität zeichnerischen Tuns verdeutlichen und die notwendige Dimension zeichnerischen Denkens begreifbar machen. In manchen auf die Figur bezogenen Semestern, wird die Aktzeichnung Grundlage für die proportionale Erfahrung von Figur und Raum.

 

 

Basismodul

Zeichnen II
In Fortführung der zeichnerischen Lehre des 1. Semesters (Graph. Grundlagen, Analyse, Anschaulichkeit) werden im 2. Semester zeichnerische Fertigkeiten dergestalt eingesetzt, dass Bildwirkung, Form und Raum thematisch erfasst und ausgedrückt werden können. Zeichnen dient nun der Interpretation gestalterischer Merkmale, sowohl im künstlerischen wie im architektonischen Bereich.
Verschiedene Themenbereiche werden zeichnerisch bearbeitet: Statik (Architektur), und Dynamik (Wuchsformen von Pflanzen), Gestik (Menschen, Tiere, Skulpturen), Bildaufbau (Malerei), Gliederung (Architektur, Pflanzen), Proportion (Architektur), Komposition (Bild, Form, Skulptur, Architektur), Figur und Raum (Inszenierung), architektonischer Raum (technische Handskizze, Perspektive, Schichtung, Durchdringung, Atmosphäre).
Das konzeptionelle Potential des Zeichnens ist zu erkennen, und in Beziehung zur Architektur werden zusätzlich räumliche Konstellationen als Strukturmodell erstellt.

 

 

Fachstudium

Das Fachstudium im Anschluss an das verpflichtende, einen Überblick über das gesamte Architektur- und Stadtplanungsstudium verschaffende Grundstudium, stellt ab dem fünften Semester die freie Wahl innerhalb der im Grundstudium gewonnenen Interessenseindrücke der einzelnen Studentin und des einzelnen Studenten.
Das Fachstudium vertieft am IDG den Zusammenhang von „Kunst und Architektur“, wobei die „und – Beziehung“ die Wechselwirkung von Kunst und Architektur thematisiert.
Kunst und Architektur haben sich mit der Moderne im zwanzigsten Jahrhundert unabhängig voneinander entwickelt, jedoch gleichzeitig eine wichtige Wechselbeziehung erfahren, die beide Disziplinen als fließende Fachdisziplinen erscheinen lässt. Die eine Disziplin ergänzt, relativiert und inspiriert die jeweils andere. Das Fachstudium Kunst und Architektur vertieft die theoretische und praktische Auseinandersetzung dieser in ihrer gesamten historischen Dimension wichtigen Wechselbeziehung. Mit einem Gewicht auf plastisch-räumlichen, konzeptionellen und gestalterischen Fragestellungen werden durch den Aufbau von Entscheidungsstrategien bildhauerische und künstlerische Kompetenzen entwickelt. Gestalterische Fragestellungen der Formgenese werden durch Naturstudium, durch handwerkliches (und kunsthandwerkliches) Studium sowie konzeptionelle Kompetenz in der Logik von kontextueller Herleitung erforscht. Der künstlerisch motivierte, architekturbezogene Entwurf steht im Mittelpunkt des Fachstudiums am IDG.

 
Seminare
Das Seminar vertieft je einzelne künstlerische Bereiche. Die Spanne der Seminare reicht von theoretischen, über kontextbezogene, hin zu praktischen und auf Technik bezogenen Seminaren. Besondere Schwerpunkte liegen hierbei auf kunstgeschichtlichen Seminaren, die sich mit dem Verhältnis von Kunst und Architektur befassen, auf technikbezogenen Seminaren, die sich mit bildhauerischen, zeichnerischen und fotografischen Techniken auseinandersetzen beziehungsweise auf kontextbezogenen Seminaren, die versuchen das Umfeld eines Themas einzukreisen.

 

Entwürfe
Der Entwurf/ das Projekt orientiert sich am künstlerischen Entwurf.
Das bedeutet, dass die Herangehensweise des Entwurfes aus einem künstlerischen Prozess entwickelt wird, der in verschiedenen – meist eng auf architektonische Fragestellungen bezogenen – Themen gegründet ist. Der künstlerische Entwurfsprozess zeichnet sich dabei dadurch aus, dass die eigenen Entscheidungsparameter besonders klar herausgearbeitet werden sollten.
Ein Schwerpunkt des Instituts liegt auf dem bildhauerischen Arbeiten, das heißt in der einzeln geformten Gestalt. Der Entwurf thematisiert die bildhauerisch entwickelte Formen- und Ausdruckssprache, deren Bedingungen denen einer heutigen Architektur im Rahmen zunehmender, freier Formgenerierungsmöglichkeiten ähnlich sind.

 

 

 

Bachelorarbeit

Die das Bachelorstudium abschließende Bachelorarbeit basiert in der Regel auf einem angebotenen Entwurf/ Projekt des Instituts und orientiert sich am künstlerischen Entwurf.
Das bedeutet, dass die Herangehensweise des Entwurfes aus einem künstlerischen Prozess entwickelt wird, der in verschiedenen – meist eng auf architektonische Fragestellungen bezogenen – Themen gegründet ist. Der künstlerische Entwurfsprozess zeichnet sich dabei dadurch aus, dass die eigenen Entscheidungsparameter besonders klar herausgearbeitet werden sollten.
Ein Schwerpunkt des Instituts liegt auf dem bildhauerischen Arbeiten, das heißt in der einzeln geformten Gestalt. Der Entwurf thematisiert die bildhauerisch entwickelte Formen- und Ausdruckssprache, deren Bedingungen denen einer heutigen Architektur im Rahmen zunehmender, freier Formgenerierungsmöglichkeiten ähnlich sind.

 

Jan Leipold

Bachelorarbeit
Entwurf „Leere Menge“

Sommersemester 2018

Das Innere von Löchern ist, wie jeder Raum, nur über seine Begrenzungen wahrnehmbar. Es birgt aber jede Menge Unsichtbares, nicht Fassbares. Über Prozesse des Abformens und des Gießens können diese Räume sichtbar gemacht werden. Die Arbeit versucht genau dies, nur um am Ende doch wieder zurückzukehren und in der Schwebe zu bleiben, zwischen Fassbarem und Unfassbarem.
Im Laufe des Arbeitsprozesses stellte sich das Graben mit der Hand als eine taktile Vorgehensweise heraus, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Nach anfänglichen Studien in Ton und der intensiven Auseinandersetzung mit den Themen des Abdruckes und des Gießens, wechselte ich in ein neues Material, die Erde. Den Ort für die Grabungen bildete eine kleine Wiese vor dem Eingang zum Sprachenzentrum der Universität Stuttgart in der Breitscheidstraße.
Die raumgreifende Arbeit besteht aus sieben mit Beton ausgegossenen Löchern. Diese scheinen, aus der Erde befreit und umgekehrt aufgestellt, auf schollen-ähnlichen Gebilden im Raum umher zu treiben. Die Spuren, die meine Hand beim Graben in der Erde hinterlassen hat, sind nun quasi als doppeltes Negativ in den plastischen Gebilden vergossen. In ihnen treffen sich eine Vielzahl von widersprüchlichen Zeiten, die in ein und demselben Bild miteinander verbunden sind.
Begleitend zur bildhauerischen und zeichnerischen Arbeitsweise stellte sich das Schreiben als geeignetes Mittel für mich heraus, die Erfahrungen des Grabens und Bezüge zur Architektur herzustellen. Die kurze Geschichte über das Graben beschreibt das Graben in der Erde als ein träumerisches Tun, dass fantastische Perspektiven auf unterschiedlichste Zeiten zulässt. Sie schwärmt von einer postrationalistischen architektonischen Herangehensweise und von einer Welt, in der die Architektur, weitestgehend befreit von planerischen Prozessen, zum Rückhalt in einer ansonsten durch Flüchtigkeit und Beliebigkeit geprägten Umgebung wird.

© Institut für Darstellen und Gestalten.
Hannah Ehre

Bachelorarbeit
Entwurf „break it * fix it“

Wintersemester 2018/19
© Institut für Darstellen und Gestalten.

 

 

 

 

 

 

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