Sommersemester 2026
Erster Termin: Do, 09.04. | 10 bis 15 Uhr
Zeit ist ein Wort, das wir ständig im Munde führen – doch was bezeichnen wir damit eigentlich? Ist Zeit eine ordnende Kraft im Chaos unseres Alltags oder eher Währung im zwischenmenschlichen Tun? Ist Zeit tatsächlich die vierte Dimension, die Raum erst vervollständigt? Und wie können wir Zeit festhalten? Wie sich Zeit denken und erleben lässt und welchen formenden Einfluss sie hat, werden wir in diesem Entwurf untersuchen.
Ein Gefühl für das Verstreichen von Zeit baut auf subjektiver Empfindung auf. Dieser Zustand steht in Verbindung zur eigenen Wahrnehmung und Existenz und ermöglicht andere Maße als physikalisch standardisierte Zeiteinheiten. Wir werden uns kulturell geprägte Konzepte von Zeit und mögliche Relationen von Raum und Zeit genauer ansehen und ausloten welche Zugänge, Methoden und Handlungen diesen gegenübergestellt werden können.
Das Erkunden der abstrakten Verhältnisse wird im praktischen Tun nachvollzogen: Die Zeichnung als Spur auf dem Papier und das Formen von Material im räumlichen Arbeiten verdeutlichen das Offenbarwerden von Zeit durch eine wahrgenommene Veränderung. Das Bewegen oder bewegt Werden – durch innere und äußere Kräfte- setzt Prozesse von Werden und Vergehen in Gang.
Wie sich Zeit in ganze Orte einschreibt und vergangene Ereignisse die Gegenwart formen, erschließen wir uns auf einer gemeinsamen Exkursion nach Sarajevo. Sarajevos Geschichte ist geprägt von seiner Rolle als Schauplatz weltgeschichtlicher Wendepunkte. Ein Bestandteil der Reise ist das Anfertigen von kleinen temporären Tonarbeiten (Bozzetti).
In Atelier und Werkstatt wird das explorative Vorgehen im Zeichnen und räumlichen Arbeiten erweitert und mit einem reflektierenden und planenden Tun verknüpft. Individuelle Ansätze werden in Verbindung mit einer Durchdringung der handwerklichen und gestalterischen Möglichkeiten in einem schlüssigen Vorgehen weitergeführt. Konzepte und Zwischenergebnisse zu begründen und hinsichtlich der intendierten Wirkung zu überprüfen wird im Gespräch geübt.
Über die Auseinandersetzung mit den Themen des Entwurfs wird der Blick auf Prozesse der Formfindung geweitet. Das beinhaltet auf Zustände des permanenten Wandels zu reagieren, indem sie an bereits bestehende Entwicklungen anknüpfen und zugleich offen sind für kommende Veränderung.
Anmeldung ab sofort möglich.
Jeden Mittwoch 8.4.–20.5.26 | 14 bis 18 Uhr
Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung stehen das Zeichnen, der Umgang mit Farbe und das gemeinsame Arbeiten. Auf Exkursionen in den Stadtraum werden spielerisch verschiedene Herangehensweisen erprobt. Blindzeichnen, zeichnerische Dialoge, Kollektivzeichnungen und Notationen von Beobachtungen im urbanen Raum sind dabei Ansätze, in denen erste Erfahrungen gesammelt werden. Die zunehmende Sicherheit im zeichnerischen Ausdruck und das Vertrauen auf die eigene Beobachtungsgabe ermöglichen neue Perspektiven auf Menschen, Architektur und Stadtraum. Im gemeinsamen Betrachten und Besprechen der entstandenen Arbeiten werden intuitive Entscheidungen reflektiert, das Bewusstsein für die eigene gestalterische Position geschärft sowie die Herangehensweise der anderen nachvollzogen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz von Farbe: Die Wirkung unterschiedlicher Farb- und Formkombinationen wird untersucht, um zu verstehen, wie sich Stimmungen und Atmosphären einfangen lassen. Die im Verlauf der Veranstaltung entdeckten Ausdrucksmittel finden Eingang in ein visuelles Erzählen von beobachteten Situationen, vom Erleben von Stadt und Raum und eigenen Fragestellungen – sowohl in einzelnen Bildern als auch in Bildreihen.
Die Exkursionstermine im Stadtraum bilden den Kern der Veranstaltung und werden von dem Tutor und Künstler Nikolas Fuchs angeleitet und begleitet. Zwischen den gemeinsamen Terminen wird selbständig weitergearbeitet.
Bei Interesse an einer Teilnahme bitten wir um die Einreichung einer Zeichnung, mit der Sie sich vorstellen – die also etwas über Sie erzählt und die ein erstes Kennenlernen vorbereitet. Eine entsprechende Abbildung kann bis 9.3.26 an melanie.streichert@idg.uni-stuttgart.de gesendet werden.
Anmeldung:
Diese Veranstaltung wird als fächerübergreifende Schlüsselqualifikation über das ZLW angeboten: https://www.zlw.uni-stuttgart.de/fuesq/#id-fd95d38a-2
Erster Infotermin: Fr, 10.04. | 10 Uhr | Atelier 3 Süd | Breitscheidstr. 2
Weißraum ist als umgebender Raum in der visuellen Kommunikation mehr als bloßer leerer Raum: Er lenkt den Blick, schafft Rhythmus und gibt Inhalten den Raum zum Atmen. In der Gestaltung ist er ein bewusst gesetztes Gestaltungsmittel – ähnlich wie in der Architektur der entworfene Raum erst durch die Zwischenräume und Proportionen wirkt.
Im Seminar gehen wir der Frage nach, inwiefern Gestaltung, Form und Materialität die Wirkung (Bedeutung) und Wiedergabe (Wahrnehmung) erarbeiteter Inhalte beeinflussen.
Teil 1
Zu Beginn beschäftigen wir uns mit beispielhaften Publikationen aus dem Bereich der Architektur, Stadtplanung und Kunst. Wir legen den Fokus auf analoge Druckerzeugnisse und betrachten dabei gestalterische Aspekte, sowie Haptik und Materialität.
Begleitend zu kurzen Einführungen in die Gestaltungsbausteine Raster, Layout, Typografie und Material bearbeiten die Studierenden praktische Übungen, die diese Themen jeweils vertiefen. Darüber hinaus betrachten wir verschiedenen Darstellungsformen: Die Art der Darstellung ist nicht neutral, sie schafft aktiv Bedeutungen, spiegelt Entscheidungen wider und transportiert eine Haltung. Durch das Analysieren und Vergleichen unterschiedlicher Darstellungsformen sowie das eigenständige Erproben mehrerer Ansätze reflektieren die Studierenden wie gestalterische Entscheidungen Bedeutung erzeugen und Wahrnehmung beeinflussen.
Teil 2
Ein Ausflug führt uns in ein Designstudio, das sich auf inhaltsorientierte visuelle Ausdrucksformen spezialisiert hat. Dort erhalten wir Einblicke in Buchprojekte, die in Zusammenarbeit mit Architekturbüros entstanden sind.
Jede*r gestaltet und bindet für die Endabgabe eine eigene Broschüre, die ausgewählte Inhalte und Ergebnisse der Übungen einem Gestaltungskonzept folgend zusammenführt.
Ziel des Seminars
Das Seminar sensibilisiert dafür, wie stark die gewählte Form die Aussage und Wirkung einer Arbeit prägt. Wir entwickeln ein gestalterisches Bewusstsein dafür, wie Raster, Layout, Typografie und Material die Aussage der Arbeit mittragen. Wir lernen gängige Darstellungsmuster zu hinterfragen und bewusst eigene gestalterische Entscheidungen zu treffen, um die eigenen Arbeiten wirkungsvoll zu präsentieren.
Um sich für die Teilnahme zu bewerben, ist folgende Aufgabe zu bearbeiten:
Erarbeiten Sie einen kleinen Dummy (z.B. DIN A6 oder kleiner), der in einfacher Form eine eigene Arbeit oder ein architektonisches Detail präsentiert. Probieren Sie dabei ein einfaches Falt- oder Bindekonzept aus - ob Heftklammer, Fadenheftung oder Faltblatt bleibt Ihnen überlassen. Der Dummy darf experimentell sein: handgemacht, gefaltet, getackert. Es geht nicht um Perfektion, sondern um eine erste Auseinandersetzung mit Form, Komposition und Materialität. Schreiben Sie Ihren Namen und Ihre Matrikelnr. klein und an geeigneter Stelle auf den Dummy.
Persönliche oder postalische Abgabe bis 08.04.26/12:00 Uhr am Institut für Darstellen und Gestalten (eine digitale Abgabe ist nicht möglich). Verspätete Abgaben oder Posteingänge können leider als unterstützende Auswahlhilfen für die Seminarplätze nicht mehr berücksichtigt werden.
Erster Termin: 09.04.2026
Im Rahmen der IBA 2027 Stuttgart erforscht das Design Studio "NAP t (oday)" zeitgenössische Formen des Wohnens, Ruhens und Rückzugs im Spannungsfeld von Mobilität, Urbanität und Ressourcenknappheit. Im Zentrum stehen minimale Raum- und Hüllstrukturen für temporäres Aufhalten, Pausieren und Schlafen – gedacht als Ergänzung zu einem hochbeschleunigten Alltag.
Das Projekt ist eine einzigartige, transdisziplinäre Kollaboration zwischen drei Instituten der Universität Stuttgart (IDG, IBK2, ITKE) und dem Studiengang Transportation Design der Hochschule Pforzheim. Architektur, Struktur, Materialforschung, Gestaltung und digitale Entwurfs- und Fertigungsmethoden werden gemeinsam gedacht und entwickelt.
Besonderheit des Studios ist der klare Realisierungsanspruch:
Über das Sommersemester 2026 und das Wintersemester 2026/27 entstehen 1:1-Projekte, die im Kontext der IBA 2027 auf dem Campus der Universität Stuttgart gebaut und öffentlich gezeigt werden sollen oder als Modellstudien in einer Ausstellung des Stadtgartenfestivals vorgestellt werden. Das Studio versteht sich als experimentelle Forschungs- und Entwurfsplattform mit ökologischem Fokus, progressiver Haltung und hoher gesellschaftlicher Relevanz.
Gesucht sind motivierte Studierende mit Interesse an Entwurf, Raum, Körper, Material, Digitalisierung und Zukunft des Wohnens, die Lust haben, an einem außergewöhnlichen Projekt zwischen Forschung, Lehre und gebauter Realität mitzuwirken.
IDG Institut für Darstellen und Gestalten, Prof. Sybil Kohl, KWM Manuel Müller, NN
ITKE Institut für Tragkonstruktion und konstruktives Entwerfen, Prof. Jan Knippers, WM Fabian Eidner
IBK2 Institut für Baukonstruktion, Bautechnologie und Entwerfen, Prof. Martin Ostermann, WM Andreas Schedler
TD Transportation Design, Prof. Jürgen Jose
Das Entwurfsstudio wird ausschließlich in Verbindung mit dem begleitenden Seminar IBA sample angeboten. Wir weisen darauf hin, es besteht keine Verpflichtung den Entwurf auch um Wintersemester fortzusetzen.
Erste Vorerfahrungen in CAD-Software (Rhino, Grasshopper, Blender, Gravity Sketch, …) sind erwünscht. Alle Entwurfsteilnehmer*innen sollen den Entwurf gemeinsam im Atelier bearbeiten.
Wintersemester 2025/26
Weißraum ist als umgebender Raum in der visuellen Kommunikation mehr als bloßer leerer Raum: Er lenkt den Blick, schafft Rhythmus und gibt Inhalten den Raum zum Atmen. In der Gestaltung ist er ein bewusst gesetztes Gestaltungsmittel – ähnlich wie in der Architektur der entworfene Raum erst durch die Zwischenräume und Proportionen wirkt.
Im Seminar beschäftigen wir uns mit der Frage, wie Gestaltung, Form und Materialität die Wirkung (Bedeutung) und Wiedergabe (Wahrnehmung) architektonischer Arbeiten beeinflussen.
In der Einführung beschäftigen wir uns mit beispielhaften Architekturkatalogen und Printpublikationen. Wir legen den Fokus auf analoge Druckerzeugnisse und künstlerische Publikationen im Bereich Architektur. Dabei betrachten wir gestalterische Aspekte sowie Haptik und Materialität, aber auch, welche Bindeart und welches Papier gewählt wurden und wie sich ein Buch beim Aufschlagen verhält.
Ergänzend recherchieren die Studierenden selbständig nach Büchern und Katalogen, die sie sowohl inhaltlich als auch gestalterisch überzeugen, und stellen diese in kurzen Referaten vor.
Ausgehend von diesen Gedanken untersuchen wir, wie Architekturbüros ihre Arbeiten in Katalogen, Büchern oder Broschüren präsentieren.
Ein Ausflug führt uns in ein Designstudio, das sich auf inhaltsorientierte visuelle Ausdrucksformen spezialisiert hat. Dort erhalten wir Einblicke in Buchprojekte, die in Zusammenarbeit mit Architekturbüros entstanden sind.
Es entsteht eine eigene kleine Sammlung: jede*r gestaltet als Ergebnis des Seminars eine eigene Broschüre, in der die gesammelten Beispiele zusammengeführt und präsentiert werden.
Gibt es die „richtige“ Form, und wann wird das Medium selbst zum Inhalt? Wie beeinflusst die Darstellung den Entwurf, und welche Rolle spielen dabei Raster, Layout, Schriftbild und Material?
Wir gehen diesen Fragen nach und erarbeiten, wie durch bewusste Entscheidungen die Arbeiten wirkungsvoll präsentiert werden können.
Das Seminar sensibilisiert dafür, wie stark die gewählte Form die Aussage und Wirkung einer Arbeit prägt. Wir entwickeln ein gestalterisches Bewusstsein dafür, wie Layout, Typografie, Material und Formatwahl die Aussage der Arbeit mittragen. Wir lernen gängige Darstellungsmuster zu hinterfragen und bewusst eigene gestalterische Entscheidungen zu treffen.
Ein Kollektivraum zeichnet sich durch seine gemeinschaftliche Nutzung aus und ermöglicht ein nachhaltiges Zusammenleben durch das Teilen von Ressourcen und Raum. Der Aufbau und die Gestaltung eines Raumes prägen das Miteinander entscheidend. Neben Konzepten, die z.B. eher eine gemeinsame Küche, einen Ruhe- oder Arbeitsbereich umfassen, sind auch Überlegungen zu flexiblen oder temporären Raumbelegungen wichtig.
Versammlung und Austausch bilden gemeinschaftliche Tätigkeiten. Die Fragen, mit denen wir uns zunächst befassen möchten, sind: Wie kennen wir kollektive Raumnutzungen? Wie lassen sich kollektive Raumnutzungen einrichten oder abgrenzen? Welche Grundlagen haben kollektive Räume? Welche Wünsche gibt es im Hinblick auf den gemeinschaftlichen Raum? Welche Erfahrungen wurden in kollektiven Innen- und Außenräumen gemacht? Welche Bindungen haben gemeinschaftliche Räume in Bezug auf Tages- oder Jahreszeiten?
Im Gegenzug zum gemeinschaftlichen Raum werden wir den Körper-Raum thematisieren. Wie ist das Verhältnis von Körper-Raum (-Bedarf) zu kollektivem Raum (-Bedarf)? Wie steht dies zum Raum-Verbrauch in Beziehung?
Der Entwurf thematisiert die vorangehenden Fragestellungen und sucht nach Möglichkeiten ihrer Darstellung. Als Darstellungsmittel nutzen Sie die Zeichnung, die Fotografie und die Collage. Für die Erstellung einer räumlichen Arbeit begleiten wir Sie im Findungsprozess des von Ihnen auszuwählenden, geeigneten Materials.
Ziel ist, dass Sie einen gemeinsamen Bestandsort analysieren und diesen beispielhaft sowohl in seinen Innenraum-, wie auch in seinen Außenraumqualitäten untersuchen. Ihre künstlerisch-architektonischen Arbeiten werden Sie auf diesen Raum beziehen. Der Entwurf sieht vor, dass auch die nähere Umgebung eines Bestandortes einbezogen wird. In der Nutzung von Bestand und geteiltem Raumgebrauch werden Antworten auf aktuelle Themen der Architektur untersucht.
Florenz ist ein Ort, der in der Renaissance den Menschen in der Architektur neu einbezieht. Dort entstand eine Stadtrepublik mit demokratischen Elementen, die die Bedürfnisse und Rechte des Individuums förderte und gemeinschaftliche Einrichtungen aufbaute. In dieser Spanne schauen wir uns künstlerische und architektonische Beispiele an.
Die Biennale Venedig trägt in diesem Jahr den Titel „Intelligens: Natural. Artificial. Collective.“ Hierbei beschäftigen uns besonders die Aspekte des „Collective“.