Erster Infotermin: Do, 16.10. | 14 Uhr | Atelier 1 | Breitscheidstr. 2
Weißraum ist als umgebender Raum in der visuellen Kommunikation mehr als bloßer leerer Raum: Er lenkt den Blick, schafft Rhythmus und gibt Inhalten den Raum zum Atmen. In der Gestaltung ist er ein bewusst gesetztes Gestaltungsmittel – ähnlich wie in der Architektur der entworfene Raum erst durch die Zwischenräume und Proportionen wirkt.
Im Seminar beschäftigen wir uns mit der Frage, wie Gestaltung, Form und Materialität die Wirkung (Bedeutung) und Wiedergabe (Wahrnehmung) architektonischer Arbeiten beeinflussen.
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Teil 1
In der Einführung beschäftigen wir uns mit beispielhaften Architekturkatalogen und Printpublikationen. Wir legen den Fokus auf analoge Druckerzeugnisse und künstlerische Publikationen im Bereich Architektur. Dabei betrachten wir gestalterische Aspekte sowie Haptik und Materialität, aber auch, welche Bindeart und welches Papier gewählt wurden und wie sich ein Buch beim Aufschlagen verhält.
Ergänzend recherchieren die Studierenden selbständig nach Büchern und Katalogen, die sie sowohl inhaltlich als auch gestalterisch überzeugen, und stellen diese in kurzen Referaten vor.
Ausgehend von diesen Gedanken untersuchen wir, wie Architekturbüros ihre Arbeiten in Katalogen, Büchern oder Broschüren präsentieren.
Ein Ausflug führt uns in ein Designstudio, das sich auf inhaltsorientierte visuelle Ausdrucksformen spezialisiert hat. Dort erhalten wir Einblicke in Buchprojekte, die in Zusammenarbeit mit Architekturbüros entstanden sind.
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Teil 2
Es entsteht eine eigene kleine Sammlung: jede*r gestaltet als Ergebnis des Seminars eine eigene Broschüre, in der die gesammelten Beispiele zusammengeführt und präsentiert werden.
Gibt es die „richtige“ Form, und wann wird das Medium selbst zum Inhalt? Wie beeinflusst die Darstellung den Entwurf, und welche Rolle spielen dabei Raster, Layout, Schriftbild und Material?
Wir gehen diesen Fragen nach und erarbeiten, wie durch bewusste Entscheidungen die Arbeiten wirkungsvoll präsentiert werden können.
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Ziel des Seminars
Das Seminar sensibilisiert dafür, wie stark die gewählte Form die Aussage und Wirkung einer Arbeit prägt. Wir entwickeln ein gestalterisches Bewusstsein dafür, wie Layout, Typografie, Material und Formatwahl die Aussage der Arbeit mittragen. Wir lernen gängige Darstellungsmuster zu hinterfragen und bewusst eigene gestalterische Entscheidungen zu treffen.
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Anmerkung
Um sich für die Teilnahme zu bewerben, ist folgende Aufgabe zu bearbeiten:
Bauen Sie einen kleinen Dummy (z.B. DIN A6 oder kleiner), der in einfacher Form eine eigene Arbeit oder ein architektonisches Detail präsentiert. Probieren Sie dabei ein einfaches Falt- oder Bindekonzept aus - ob Heftklammer, Fadenheftung oder Faltblatt bleibt Ihnen überlassen. Der Dummy darf experimentell sein: handgemacht, gefaltet, getacktert. Es geht nicht um Perfektion, sondern um eine erste Auseinandersetzung mit Form, Komposition und Materialität. Schreiben Sie Ihren Namen und Ihre Matrikelnummer klein und an geeigneter Stelle auf den Dummy.
Persönliche oder postalische Abgabe bis 14.10.25/15:00 Uhr am Institut für Darstellen und Gestalten (eine digitale Abgabe ist nicht möglich). Verspätete Abgaben oder Posteingänge können leider als unterstützende Auswahlhilfen für die Seminarplätze nicht mehr berücksichtigt werden.
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