Internationaler Entwurf: Zeit x Raum

9. April 2026

KWM Jochen Damian Fischer | KWM Melanie Grocki/Streichert

Erster Termin: Do, 09.04. | 10 bis 15 Uhr

Zeit ist ein Wort, das wir ständig im Munde führen – doch was bezeichnen wir damit eigentlich? Ist Zeit eine ordnende Kraft im Chaos unseres Alltags oder eher Währung im zwischenmenschlichen Tun? Ist Zeit tatsächlich die vierte Dimension, die Raum erst vervollständigt? Und wie können wir Zeit festhalten? Wie sich Zeit denken und erleben lässt und welchen formenden Einfluss sie hat, werden wir in diesem Entwurf untersuchen.

Ein Gefühl für das Verstreichen von Zeit baut auf subjektiver Empfindung auf. Dieser Zustand steht in Verbindung zur eigenen Wahrnehmung und Existenz und ermöglicht andere Maße als physikalisch standardisierte Zeiteinheiten. Wir werden uns kulturell geprägte Konzepte von Zeit und mögliche Relationen von Raum und Zeit genauer ansehen und ausloten welche Zugänge, Methoden und Handlungen diesen gegenübergestellt werden können.

Das Erkunden der abstrakten Verhältnisse wird im praktischen Tun nachvollzogen: Die Zeichnung als Spur auf dem Papier und das Formen von Material im räumlichen Arbeiten verdeutlichen das Offenbarwerden von Zeit durch eine wahrgenommene Veränderung. Das Bewegen oder bewegt Werden – durch innere und äußere Kräfte- setzt Prozesse von Werden und Vergehen in Gang.

Wie sich Zeit in ganze Orte einschreibt und vergangene Ereignisse die Gegenwart formen, erschließen wir uns auf einer gemeinsamen Exkursion nach Sarajevo. Sarajevos Geschichte ist geprägt von seiner Rolle als Schauplatz weltgeschichtlicher Wendepunkte. Ein Bestandteil der Reise ist das Anfertigen von kleinen temporären Tonarbeiten (Bozzetti).

In Atelier und Werkstatt wird das explorative Vorgehen im Zeichnen und räumlichen Arbeiten erweitert und mit einem reflektierenden und planenden Tun verknüpft. Individuelle Ansätze werden in Verbindung mit einer Durchdringung der handwerklichen und gestalterischen Möglichkeiten in einem schlüssigen Vorgehen weitergeführt. Konzepte und Zwischenergebnisse zu begründen und hinsichtlich der intendierten Wirkung zu überprüfen wird im Gespräch geübt.

Über die Auseinandersetzung mit den Themen des Entwurfs wird der Blick auf Prozesse der Formfindung geweitet. Das beinhaltet auf Zustände des permanenten Wandels zu reagieren, indem sie an bereits bestehende Entwicklungen anknüpfen und zugleich offen sind für kommende Veränderung.

Anmeldung ab sofort möglich.

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